"Von Tieren FÜHREN lernen Teil II"

Zweitages-Seminar mit Jan Nijboer und Frauke Kess

30. Juni - 01. Juli 2012 (je 9Uhr - 17 Uhr)

DAS SEMINAR FINDET IN DER NÄHE VON BADEN BADEN AUF EINEM REITERHOF STATT!! NICHT IN FREIBURG!

Vom Folgen im Führen

Was wir von Hund und Pferd über unsere Art zu führen lernen können

Warum zieht mein Hund an der Leine, ist häufig aggressiv fremden Hunden gegenüber und manchmal einfach „über alle Berge“? Warum rempelt mein Pferd mich an, geht mit mir durch oder steht plötzlich mit seinem Huf auf meinem Fuß.

Für viele von uns sind dies alltägliche Situationen. Wir nennen unser Tier dann „einen sturen Bock“, „einfach nicht gut drauf“ oder eben „noch jung, der weiß es noch nicht besser“.

Häufig finden wir dieses Verhalten einfach nur lästig und möchten es so schnell wie möglich abstellen. Dabei vergessen wir häufig, dass Kommunikation ein fortwährender Prozess ist und in jedem Verhalten unseres Tieres eine Botschaft an uns steckt.

Die Kommunikation zwischen Hunden und Pferden innerhalb ihres Rudels bzw. ihrer Herde hat sich nämlich seit Jahrtausenden entwickelt und bewährt. Sie dient in erster Linie dem Wohle der Gruppe und somit auch der eigenen Existenzsicherung.

Um also ein ernstzunehmender Sozialpartner für unser Tier zu werden, ist es wesentlich diese Kommunikationsformen zu kennen. Wenn wir anfangen hinter dem Verhalten unseres Tieres den größeren Sinn zu erkennen, haben wir die Gelegenheit diesen in unsere eigene Kommunikation mit ihm zu integrieren.

Wenn wir anfangen die Welt mit den „Augen“ unseres Tieres zu sehen, zu riechen, zu hören und zu fühlen folgen wir seinen natürlichen Gesetzmäßigkeiten. Es spürt hierdurch plötzlich, dass wir an seinem Leben wirklich teilhaben. Das uns die Dinge interessieren, denen es selbst Interesse entgegenbringt. Das wir Ziele haben, die von Gemeinsamkeit geprägt sind, anstatt nur der Befriedigung unserer eigenen Bedürfnisse dienen. Diese Form der verbindenden Lebenszeit bringt eine Fülle von neuen Erfahrungen, die das gemeinsame Leben dauerhaft bereichern. Darüber hinaus entwickeln wir uns zu einer souveränen und vertrauensvollen Führungsperson, an der sich unser Tier gerne orientiert.

 

In diesem Seminar widmen wir uns folgenden Fragestellungen

- Welche existentiellen Bedürfnisse hat mein Tier?

- Welchen Gesetzmäßigkeiten folgen Hund und Pferd in ihrem Rudel bzw. in ihrer Herde?

- Welche Strukturen haben sich für sie bewährt und haben auch heute noch ihre Gültigkeit?

- Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede gibt es zu den Bedürfnissen von mir als Mensch?

- Wie wirke ich auf mein Tier: Selbst- und Fremdwahrnehmung

- Wie werde ich zu einem ernstzunehmenden Sozialpartner für mein Tier?

- Was bedeutet das für den konkreten Umgang mit meinem Tier im Alltag?

 

Methoden

Impulsvorträge, Übungen zur Selbst- und Fremdwahrnehmung, Verhaltensbeobachtung bei Hund und Pferd, kurze Praxiseinheiten am Hund (Pferd), Analyse von Videomaterial

 

 

In der pdf Datei finden Sie die Anmeldunterlagen

einladung_anm_janfrauke.pdf

Jan Nijboer

war ursprünglich im sozial-pädagogischen Bereich im Umgang mit schwer erziehbaren Menschen tätig, bevor er sich immer stärker den Hunden widmete. Seit 1984 befasst er sich professionell mit der Hundeerziehung. Er bildete für die Stiftungen Soho (Soziale Honden) und SAM (Servicehonden voor Auditiv en/of Motorisch gehandicapten) Servicehunde aus und ist Ausbilder für HundeerziehungsberaterInnen und ServicehundetrainerInnen.

Frauke Kess

lebt und arbeitet in Freiburg. Sie ist Diplom-Sozialpädagogin sowie Gestalttherapeutin. Fasziniert von Pferden bietet sie seit 2002 Heilpädagogisches Reiten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene an. Darüber hinaus bietet sie Fort- und Weiterbildungen u.a. in den Bereichen Tiergestützte Therapie, Spielend Reiten und Persönlichkeitsentwicklung mit dem Pferd an.

„Ich glaube wir unterschätzen die Intelligenz und die Kommunikationsfähigkeit der meisten Tiere um ein vielfaches. Fangen wir also an, unsere eigenen Vor-/Urteile und Überheblichkeiten Stück für Stück zu hinterfragen. Ich bin sicher, wenn wir bereit sind uns immer wieder in die tierische Perspektive hineinzubegeben, wird sich Raum für eine Fülle von neuen tiefgreifenden Erfahrungen im Zusammensein eröffnen.“